ALLEINE

Plötzlich ist sie da, keiner weiß es wann,
Eine ruhige Minute bricht an.
Da sind sie wieder, die Gedanken,
Wandern durch den Kopf, ohne Schranken.

Tief in uns selbst ruht diese Kraft,
Die oftmals eine Lösung schafft.
Doch nicht immer erfolgreich die Gedanken schweifen,
Sie müssen erst wachsen, müssen reifen.
Sitzt man dann da, mit weitem Blick,
Nehmen sie Gestalt an, Stück für Stück.

Blick in Zukunft und Vergangenheit,
Als es noch gab die Zweisamkeit,
Am Ende zu zweit und doch allein,
War alles nur noch schwacher Schein.

Neuer Mut, allein mit sich,
Weiter geht es sicherlich,
Durch Freiheit erwacht alte Stärke,
Voll Optimismus man geht zu Werke.

Viel Stress und Arbeit im Büro,
Stimmen anfangs richtig froh.
Glücklich durch den ganzen Tag,
Was wohl der Abend bringen mag.....

Freunde, Disco, Sportverein,
Unter Menschen, nicht alleine sein.
Immer auf Achse, wenig zu Hause
Von einem zum anderen, ohne Pause.

So vergehen viele Tage, Wochen,
Waschen, Bügeln und noch Kochen -
Nur am Rande stellt man fest,
Vom Tag bleibt nur ein kleiner Rest.

Die Flucht in diese ‘heile’ Welt
Nicht von Dauer und ewig hält.
Abends im Bett kommt man zur Ruhe,
Es öffnet sich die Herzenstruhe.

Der Kopf hat Pause, das Herz jetzt spricht,
Erzählt von Träumen und von Verzicht.
Sehnt sich nach Liebe und Geborgenheit -
Wie schön wär`s, wieder sein zu zweit!

Alles haben und nichts zugleich,
An Wünschen und Gefühlen reich.
Zweifel und Verzweiflung, nah zusammen,
Ganz in einer Depression gefangen.

Erschreckend manchmal, diese Stille,
Alleine sein ist eine Kunst und schwer.
Vorausgesetzt ist starker Wille,
Eine Schulter zum Anlehnen muß her.

Nicht alles was kommt ist richtig,
Viele Dinge sind ganz wichtig.
Verständnis, Freiraum für beide, Liebe, Respekt,
Eine Beziehung wächst, wenn das dahinter steckt.

Auch wenn es dauert eine Weile,
Das Glück kennt keine Eile,
Nach Regen folgt der Sonnenschein -
Nicht ewig dauert das Alleinesein.....

© by Tobias Kochsmeier 1998, All rights reserved.